Manijeh Vafa Homann
Dass DNA von Malariaparasiten rasch aus dem Blutkreislauf verschwindet, wurde weithin als Tatsache akzeptiert, ohne dass dies systematisch untersucht worden wäre. In dieser Längsschnittstudie untersuchten wir die Dauer der PCR-Positivität sowie das Vorhandensein von Gametozyten bei erwachsenen Reisenden, die in einer malariafreien Umgebung gegen Plasmodium falciparum-Malaria behandelt wurden. Wir verwendeten dazu Mikroskopie, speziesspezifische qPCR, Merozoiten-Oberflächenprotein-2-(msp2)-Genotypisierungs-PCR und gametozytenspezifische qPCR. Bei der Aufnahme und prospektiv bis zu einem Jahr wurde venöses Blut gesammelt. Die Patienten wurden mit einer vollständigen Behandlung mit sechs Dosen Artemether-Lumefantrin (AL) behandelt. Bei 31 erfolgreich behandelten Personen waren asexuelle Parasiten bis zwei Tage nach der Behandlung mikroskopisch nachweisbar, während Parasiten-DNA bis zum 31. bzw. 42. Tag durch msp2- und speziesspezifische PCR nachgewiesen wurde. Statistische Modelle prognostizierten bis zum 40. Tag eine speziesspezifische PCR-Positivität von 26 % (± 0,05 SE) und schätzten, dass es 48 Tage dauerte, bis alle Proben PCR-negativ wurden. Gametozyten wurden spätestens zwei Tage nach der Behandlung durch Mikroskopie und PCR nachgewiesen. Die CT-Werte korrelierten gut mit den durch Mikroskopie ermittelten Parasitendichten vor, aber nicht nach Beginn der Behandlung. Die Dauer der PCR-Positivität korrelierte weder mit der anfänglichen (asexuellen) Parasitendichte noch mit dem anfänglichen Vorhandensein von Gametozyten. Diese Ergebnisse zeigen, dass die PCR-Positivität mehrere Wochen nach der Behandlung bestehen bleiben kann, ohne dass lebensfähige sexuelle oder asexuelle Parasiten nachgewiesen werden, und dass die Entfernung toter Parasiten und ihrer Überreste nicht so schnell erfolgt wie angenommen, was darauf hindeutet, dass die PCR die Parasitenprävalenz nach der Behandlung in epidemiologischen Studien überschätzen und die Wirksamkeit von Medikamenten in der klinischen Behandlung und bei klinischen Studien unterschätzen könnte. Dieser Bericht unterstreicht eine wichtige diagnostische Frage, insbesondere bei Infektionskrankheiten und insbesondere bei Malaria, und weist auf die Notwendigkeit eines Nachweisinstruments hin, das so empfindlich wie die PCR und so genau wie die Mikroskopie ist.
Hinweis: Diese Arbeit wurde im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der 22. Ausgabe der Internationalen Konferenz für Immunologie und Evolution von Infektionskrankheiten und der 12. Ausgabe der Internationalen Konferenz für Tissue Engineering und Regenerative Medizin vom 10. bis 11. Mai 2018 in Frankfurt, Deutschland, vorgestellt.